Deutsche Doggen sind, schon aufgrund ihres kurzen Felles, relativ pflegeleichte Hunde. Trotzdem sollte der Besitzer einiges beachten, um die Gesundheit, Vitalität und Schönheit seiner Dogge zu erhalten, denn Vorsorgen ist bekanntlich besser als Heilen!

  • Schutzimpfung - die "Lebensversicherung" für den Hund! Bei der Übernahme eines Welpen sollte zumindest der erste Impfschutz bereits vorhanden sein, der in einem (vom Tierarzt ausgestellten) Impfausweis dokumentiert ist. In den meisten Fällen wird nach kurzer Zeit noch eine Wiederholungsimpfung notwendig, beraten Sie sich dazu unbedingt mit Ihrem Tierarzt. Die Grundimmunisierung sollte dann einen Impfschutz gegen Parvovirose, Staupe, Leptospirose, Infektiöse Leberentzündung (H.c.c.), Tollwut und Zwingerhusten umfassen (Sechsfach-Impfung). Seit einiger Zeit besteht auch zusätzlich die Möglichkeit, ein Schutzimpfung gegen Borelliose (Infektion infolge eines Zeckenbisses) durchzuführen. Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Seite "Schutzimpfungen -- Sinn oder Unsinn?".
  • Die regelmäßige Wurmkur gehört zum Hundeleben! Denn der Wurmbefall bleibt häufig über lange Zeit unentdeckt, Würmer sind im Kot nur selten (meist bei extrem starkem Befall) zu finden. Daher sollte man mindestens alle sechs Monate (bei Welpen und Junghunden noch häufiger) oder nach entsprechender Exposition (zum Beispiel Flohbefall) vorbeugend entwurmen. Alternativ dazu kann man auch etwa alle drei Monate Stuhlproben untersuchen lassen und nur bei nachgewiesenem Wurmbefall eine Kur durchführen. Man berate sich aber ausführlich mit seinem Tierarzt, denn die Notwendigkeit der Entwurmung hängt unter anderem auch von den konkreten Lebensbedingungen des Hundes ab. So ist ein Hund, der viel in Wald und Flur "stöbert", naturgemäß stärker gefährdet. Und nicht jedes Wurmmittel erfasst alle Wurmarten, denn deren gibt es sehr viele verschiedene.
  • Gepflegtes Fell auch beim Kurzhaarhund! Auch für die kurzhaarige Deutsche Dogge sollte regelmäßige Fellpflege selbstverständlich sein. Das bedeutet wenigstens zwei bis drei mal wöchentlich gründliches Striegeln (z.B. mit einem Gumminoppenhandschuh), um loses Haar und Verschmutzungen zu entfernen. Häufiger ist das in der Zeit des Haarwechsels notwendig. Um lose Unterwolle herauszulösen, kann man auch sehr gut die feinen Zinken eines Metallsägeblattes verwenden. Schuppen und feine Verunreinigungen des Fellkleides entfernt man sehr effektiv durch Abreiben mit einem Strumpf aus Kunstfaser. Ein regelmäßiges oder gar häufiges Baden ist dagegen nicht empfehlenswert. Durch Shampoos wird die schützende Fettschicht der Haut zerstört, die sich nur langsam wieder aufbauen kann. Das Fell sollte also nur in Ausnahmefällen (ungewöhnliche Verschmutzungen) und ansonsten maximal einmal jährlich gewaschen werden.
  • Bei kurzhaarigen Hunden Liegeschwielen vorbeugen! Das heißt vor allem, dem Welpen von Anfang an das Liegen auf harten Böden (Beton, Fliesen usw.) abgewöhnen. Für drinnen gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten (von der speziellen Hundedecke über Matratzen bis zur eigenen Couch). Für draußen haben wir gute Erfahrungen mit dicken Matten aus Recyclinggummi gemacht. Sie können das ganze Jahr über liegen bleiben, sind sehr gut wärmeisolierend und nahezu unzerstörbar - und das Beste: Unsere Hunde liegen auch sehr gerne darauf. Zeigen sich trotzdem aufgeraute Stellen (besonders an den Ellenbogen), so kann man regelmäßig beispielsweise mit Melkfett einreiben. In hartnäckigen Fällen hat sich Peru-Balsam (aus der Apotheke) gut bewährt, man kann ihn einer Salbengrundlage zumischen oder auch pur verwenden.
  • Besonders im Frühjahr und Herbst ist Zecken- und Flohzeit! Man sollte seinen Vierbeiner aber regelmäßig nach diesen Parasiten absuchen. Vorbeugend empfiehlt sich ein Langzeitschutz durch entsprechende Präparate, die beim Tierarzt erhältlich sind. Einen gewissen rein biologischen Schutz, besonders vor Zeckenbefall, bietet auch das tägliche Verfüttern von zwei bis drei Knoblauchzehen. Vorsicht bitte bei allen frei verkäuflichen Mitteln, sie sind zum Teil giftiger als man vermutet! Insbesondere auch die durchaus gebräuchlichen "Flohhalsbänder" sind nicht ganz ungefährlich, sie setzen meist Nervengifte frei, die nicht nur auf Flöhe wirken, und besonders Kinder (die ja meist einen sehr engen Kontakt mit ihrem Haustier haben) sind bei Dauerbelastung gefährdet!
  • Ohrenpflege nicht vergessen! Das regelmäßige Reinigen der Ohrmuscheln ist wichtig, um Entzündungen vorzubeugen. Aber bitte nicht mit Wattetupfern oder ähnlichem tiefer in den Ohren "bohren", dadurch wird nur der Ohrenschmalz tief in die Gehörgänge hineingeschoben. Ist eine "Grundreinigung" notwendig, dann lasse man das vom Tierarzt machen. Eine regelmäßige Kontrolle auf Entzündungszeichen sollte selbstverständlich sein. dazu gehören: starke Bildung von Sekret, häufiges Ohrenschütteln, Juckreiz, auffälliger Geruch aus den Ohren.
  • Krallen kurz halten! Läuft der Hund viel auf weichem Boden, so können die Krallen nicht genug abgenützt werden. Sind sie so lang, dass sie beim Stehen den Boden berühren oder hört man wie die Krallen beim Laufen auf den Boden "klicken", ist es höchste Zeit fürs Beschneiden! Aber Vorsicht, schnell hat man in den "lebenden Nagel" geschnitten, was meist zu einer starken Blutung führt! Bei hellen Nägeln ist der richtige Schnittpunkt gut zu erkennen, da man bei Gegenlicht die Blutgefäßeversorgung sehen kann, im Zweifelsfall lasse man sich aber im Anfang von einem Fachmann (Tierarzt) helfen!
  • Ein Auge auf die Augen haben! Insbesondere beim Junghund sollte man regelmäßig die Augen kontrollieren. In der Wachstumsphase kann es durch unterschiedliche Auslöser zu Augenentzündungen kommen. Achtung ist geboten, wenn ein Auge über längere Zeit ständig "tränt" oder die Bindehaut rot entzündet ist. Dies ist für den Hund sehr belastend und schmerzhaft, auch wenn er sich nichts weiter "anmerken läßt". Also unbedingt beim Tierarzt die Ursache abklären und nicht lange selbst mit Augenwasser und ähnlichem an den Symptomen herumkurieren. Bei manchen Augenerkrankungen (z.B. Umstülpung der Nickhaut, Blinzknorpelvorfall, Entropium) kann dem Hund auch nur durch eine Operation effektiv geholfen werden.
  • Zahnpflege ist notwendig! Da unsere Hunde sich in der Regel nicht mehr wie ihre wild lebenden Artgenossen ernähren, ist es wichtig, ihren Zähnen regelmäßig "harte Brocken" zu bieten. Dadurch wird wohl am effektivsten der Bildung von Zahnbelägen und Zahnstein vorgebeugt. Wir empfehlen hier, harte große Hundekuchen sowie Kauartikel aus Rindshaut zu verwenden. Das Verfüttern von Knochen lehnen wir, aufgrund der gesundheitlichen Risiken die damit verbunden sind, prinzipiell ab (s. Kapitel "Futter ist gleich Futter?"). Außerdem sollten schon der Welpe an regelmäßige Zahnkontrollen gewöhnt werden (wir verwenden zum Beispiel das Kommando "Zeig!"). So kann man auch problemlos die Zahnung (etwa vierter bis sechster Lebensmonat) überprüfen und Fehlentwicklungen durch persistierende Milchzähne vorbeugen. Die im Fachhandel reichlich angebotenen Zahnpflegeprodukte für Hunde haben nach unserer Meinung wohl mehr eine kommerzielle Bedeutung. Man lasse lieber die Zähne regelmäßig vom Tierarzt kontrollieren. Dieser wird, wenn notwendig, den Zahnstein entfernen und Ratschläge für die vorbeugende Behandlung geben.
  • Den Hund auf HD röntgen lassen! auch wenn keine Zuchtverwendung vorgesehen ist. Schließlich sollte man wissen, ob mit Hüftproblemen zu rechnen ist, und die Lebensweise des Hundes gegebenenfalls darauf einstellen (z.B. auf das Gewicht achten, auf Sprungübungen verzichten, Treppenlaufen einschränken, kein Intensiv-Lauftraining). Außerdem ist die Information über den HD-Befund für den Züchter und Zuchtverein wichtig, da man daraus zum Beispiel auch Schlussfolgerungen für den Erbwert der Elterntiere und Geschwister ableiten kann.

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