Was sagen die "Papiere" aus?

Wenn man von Hunden "mit Papieren" spricht, dann ist in der Regel gemeint, dass diese Tiere eine Ahnentafel besitzen und in ein Zuchtbuch eingetragen sind. In der Ahnentafel (auch Abstammungsnachweis) sind die Vorfahren (mindestens vier Generationen) des Hundes aufgelistet. Oft findet man neben den Namen und Zuchtbuchnummern weitere Angaben wie Farbe, HD-Befund und Titel der Ahnen. Weiterhin müssen die Ahnentafeln eine eindeutige Aussage darüber treffen, welcher Hundezuchtverband diese ausgestellt hat und wie der Züchter der Welpen heisst. Überprüfen Sie auch die Angaben zum Welpen selbst (Name, Geschlecht, Farbe und ganz wichtig die Tätowiernummer bzw. die Chipnummer).

Wer darf Ahnentafeln ausstellen?

Es gibt dazu keine rechtlichen Regelungen, auch Privatpersonen können dies tun, meist stellen Hundezuchtvereine die Papiere aus. Da in Deutschland Vereinsfreiheit herrscht, kann natürlich auch so ziemlich jeder einen Hundezuchtverein gründen, ihm einen klangvollen Namen geben, ein Zuchtbuch führen und Ahnentafeln auf Hochglanzpapier ausstellen. Die Hürden dafür sind gering (sieben Personen reichen zum Beispiel aus um einen Verein zu gründen). Eine öffentliche Kontrolle der Inhalte und der Einhaltung von vereinsinternen Ordnungen (wie zum Beispiel der Zuchtordnung!) gibt es nicht. Dies bringt nicht nur für die potentiellen Hundekäufer einige Verwirrung mit sich, sondern ist auch ein generelles Problem für die Hundezucht. Da diese Vereine in der Regel nicht gut zusammen arbeiten wird die Zuchtbasis durch solche "Grüppchenbildung" weiter eingeschränkt.

Der größte zuchtbuchführende Verein für die Doggenzucht in Deutschland ist der
Deutsche Doggen Club 1888 e.V. (DDC), der zweitgrößte die Kynologische Gesellschaft für Deutsche Doggen (KyDD). Beide Vereine sind dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angeschlossen. Zuchtverbände die dem VHD angehören müssen bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich ihrer Satzung und Zuchtbestimmungen einhalten.

Darüber hinaus gibt es eine nahezu unübersehbare Vielzahl von Hundezuchtvereinen, die auch diversen Dachverbänden angehören. Die meisten dieser Vereine sind relativ klein und nicht "rassespezifisch", Sie finden dort also Doggenzüchter neben Züchtern anderer Rassehunde.

Sollten Sie sich für Welpen aus einem Wurf interessieren, deren Züchter in einem Ihnen unbekannten Verein züchtet, dann informieren Sie sich eingehend über die Zuchtvoraussetzungen und -kontrollen des betreffenden Zuchtvereins. Sonst könnte es passieren, dass Sie eine Ahnentafel in der Hand halten, die nicht mehr Wert ist als das Papier, worauf sie gedruckt wurde!

Warum sind Welpen mit Ahnentafel teurer?

Mit Sicherheit liegt das nicht (wie viele wohl meinen) am Wert der Ahnentafel selbst. Diese samt Eintragung des Welpen in das Zuchtbuch kostet nicht mehr als 20 bis 50 Euro. Der Grund liegt in den Hürden, die ein Züchter überwinden muss, um für seinen Wurf Ahnentafeln und einen Zuchtbucheintrag zu erhalten. Diese sind zwar von Verein zu Verein unterschiedlich, aber zumindest gehört innerhalb des VDH dazu eine Zuchtzulassung der Elterntiere (mit gesundheitlichen Voruntersuchungen wie Röntgen auf Hüftgelenksdysplasie u.a. verbunden) und eine Überprüfung der Aufzucht- und Haltungsbedingungen sowie "Wurfabnahmen" durch den betreuenden Hundeklub, bei denen auch der Gesundheitszustand und Impfstatus der Welpen begutachtet wird. Außerdem gibt es Regeln, wie häufig eine Zuchthündin werfen darf, damit sie selbst und auch der Nachwuchs keine gesundheitlichen Schäden davontragen.

Lassen Sie sich ausführlich über die Zuchtordnung des zuchtbuchführenden Vereins informieren, denn es gibt natürlich auch "schwarze Schafe", die Welpen "mit Papieren" anpreisen, obwohl ihre Zucht so gut wie keiner ernsthaften Kontrolle unterliegt. Gute Züchter sind stolz auf ihre Zuchterfolge und werden Ihnen unaufgefordert solche Unterlagen wie Ahnentafeln und Zuchtzulassungsberichte der Eltern, HD- und andere tierärztliche Befunde, Wurfabnahmeprotokolle und so weiter vorlegen.

Das bedeutet nun aber nicht, dass Sie an einem hohen Welpenpreis die Qualität der Zucht erkennen können. Aber Welpen zu "Schleuderpreisen" - da sollte man sich schon kritisch die Frage stellen, an welcher Stelle wohl gespart wurde. Eine verantwortungsvolle Aufzucht mit entsprechenden räumlichen Bedingungen, regelmäßiger tierärztlicher Versorgung (einschließlich Impfungen und Entwurmungen), hochwertigem Futter usw. ist nun einmal nicht zum Nulltarif zu haben.

Erhalten alle Welpen eines Wurfes Papiere?

Entweder erhalten alle Welpen eines Wurfes Papiere oder keiner. Die oft noch vorhandene Vorstellung, dass nur maximal sechs Welpen eines Wurfes in das Zuchtbuch eingetragen werden ist falsch! Auch Welpen mit von der Zucht ausschließenden Fehlern wie Knickrute oder einer sogenannten "Fehlfarbe" erhalten eine Ahnentafel.

Wenn ein Züchter Welpen mit und ohne Papiere anbietet, dann stimmt hier etwas nicht, egal welche fadenscheinige Begründung dafür gegeben werden mag!

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