Das Wichtigste ist: Man suche sich einen guten Tierarzt - für den Fall der Fälle! Und zwar möglichst gleich nach der Anschaffung des Welpen - falls man nicht schon den Tierarzt seines Vertrauens kennt. Dieser Tierarzt sollte sich auf Kleintiere spezialisiert haben und - so banal das klingt - dem tierischen Patienten einfühlsam und liebevoll entgegenkommen. Von der technischen Ausstattung her ist der Zugang zu einem Röntgengerät wichtig, auch ein Ultraschallgerät in der Praxis kann sehr hilfreich sein. Auf alle Fälle sollte man genau wissen, welche Notoperationen ( zum Beispiel Magendrehung!) der Tierarzt selbst durchführen kann oder wohin genau man sich sonst wenden muss, damit im schlimmsten Fall nicht sinnlos Zeit verschwendet wird mit der Suche nach fachlich kompetenter Hilfe für den Hund!
Unser Anliegen ist es hier, auf einige typische Krankheitszeichen (Symptome) aufmerksam zu machen. Gleichzeitig wollen wir eine Entscheidungshilfe geben, wie dringlich jeweils der Besuch beim Tierarzt erscheint.

 

 

Erbrechen

Erbrechen ist beim Hund - im Gegensatz zum Menschen - nicht immer krankhaft. Dies entstammt sicherlich noch dem Urtrieb des Nahrungshervorwürgens. Wenn der Hund also ab und zu einen Teil seiner Nahrung erbricht, um sie dann in der Regel auch schnell wieder aufzufressen, dann ist dies kein Grund zur Besorgnis. Auch nach einer reichlichen "Grasmahlzeit" wird dieses oft mit einer größeren Menge Schleim und einigen Nahrungsresten wieder erbrochen.

Wiederholt sich das Erbrechen allerdings häufig (zum Beispiel nach jeder Nahrungsaufnahme) oder ist es mit anderen Anzeichen von Unwohlsein (Fieber, Schwäche, Appetitlosigkeit) verbunden, so sollte man schnell einen Tierarzt aufsuchen. Sofort tierärztliche Hilfe benötigt man bei blutigem Erbrechen, gleichzeitigem starken Durchfall, schmerzhaften Krampfzuständen oder Hinweisen auf eine Vergiftung!

Bei der gefürchteten Magendrehung zeigt sich ein plötzlicher Brech- und Würgereiz, der allerdings nur zum Herausbringen von einigem Schleim führt. Der Hund ist hochgradig unruhig, versucht immer wieder zu erbrechen, schließlich kommt es zu einer sichtbaren Aufblähung des Bauches mit Kreislaufschwäche. Diesen Zustand sollte man aber keinesfalls abwarten, sondern sofort tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen (auch mitten in der Nacht), denn jede Minute zählt! Suchen Sie also rechtzeitig vorbeugend einen Tierarzt, der hier eine Notoperation durchführen kann, damit nicht im Ernstfall zu viel Zeit verloren geht.

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Durchfall

Durchfall kann vielfältigste Ursachen haben. Mitunter führt schon psychische Erregung zu einem kurzfristigen heftigen Durchfall. Auch falsche Ernährung mit für den Hund wenig verdaulichen Stoffen kann die Ursache sein. Ansonsten kommen natürlich verschiedenste Infektionskrankheiten genauso in Frage wie Erkrankungen des Verdauungsapparates selbst. Wann sollte man also einen Tierarzt aufsuchen?

Bei leichtem Durchfall und ansonstem unverändertem Allgemeinbefinden kann man es durchaus erst einmal mit "Hausmitteln" versuchen. Bewährt hat sich da nach unserer Erfahrung das Verfüttern von Reismehl und Heilerde(innerlich). Auch mit leichten pflanzlichen Wirkstoffen aus der Apotheke haben wir gute Ergebnisse erzielt. Hält der Durchfall aber trotz Behandlung länger als zwei bis drei Tage an, so sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Bei Durchfällen mit Fieber oder stärkerer Beieinträchtigung des Allgemeinbefindens sollte bald ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Schwere Durchfälle (wässrig mit häufigem Kotabsatz täglich) sind sofort behandlungsbedürftig, da schon alleine der Verlust an Wasser und Mineralstoffen für den Hund äußerst gefährlich ist. Ihr Tierarzt hat geeignete Mittel, um den Durchfall zu stoppen und die Mineralstoffe zu ersetzen. Meist wird auch eine Diät nötig sein.

Umgehend zum Tierarzt sollte man bei allen blutigen Durchfällen (Blutungen zeigen sich entweder durch frisches rotes Blut auf dem Kot oder aber durch eine tiefschwarze Kotfärbung bei Blutungen in den höheren Abschnitten des Verdauungskanals, den sogenannten Teerstuhl).

Auffallend schleimige Durchfälle sollten auch ein Grund sein, den Tierarzt baldmöglichst aufzusuchen.


Verstopfung

Auch Verstopfungen können beim Hund auftreten. Meist sind diese ernährungsbedingt, zum Beispiel hervorgerufen durch das Verfüttern von Knochen oder extrem ballaststoffarmer Nahrung. Die normale Häufigkeit des Kotabsatzes ist gewissen individuellen und ernährungsbedingten Schwankungen unterworfen. Ein mal täglich dürfte aber das Mindestmaß sein. Ist der Kot stets extrem hart oder "bröckelig", ist eine Ernährungsumstellung notwendig. Auch mehr Bewegung kann den Darm "auf Trab" bringen.

Setzt der Hund über einen längeren Zeitraum keinen Kot ab, so ist unbedingt ein Tierarzt aufzusuchen.

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Fieber

Fieber ist in der Regel ein Anzeichen für einen infektiösen oder entzündlichen Prozess im Körper des Hundes. Meist wird es von anderen Symptomen wie Durchfall, Husten usw. begleitet sein.
Die normale Körpertemperatur des Hundes liegt etwa zwischen 38,0°C und 38,5°C, wobei es alters- und rassebedingte sowie individuelle Unterschiede gibt. Bei Welpen und Junghunden ist die Körpertemperatur etwas höher, bei großen Hunden (wie der Deutschen Dogge) niedriger als bei kleinen. Auch hohe Außentemperaturen und körperliche und psychische Stresssituationen können die Körpertemperatur erhöhen.
Es empfiehlt sich daher, beim gesunden Hund einige Male Fieber zu messen, um seine Normaltemperatur zu kennen. Die Messung erfolgt beim Hund prinzipiell durch Einführen der Messspitze des Thermometers in den After. Bitte keine Quecksilberthermometer verwenden, wegen der Bruchgefahr! Das diese Prozedur die meisten Hunde nicht gerade erfreut, ist ein weiterer Grund, schon mal beim gesunden Hund zu üben.

Ist die Körpertemperatur über 39°C erhöht sollte bald ein Tierarzt aufgesucht werden, bei Werten über 40°C unverzüglich! Um das Fieber in der Wartezeit zu senken kann man die selben Mittel wie beim Menschen anwenden, also beispielsweise dem Hund kalte "Wadenwickel" machen. Dies ersetzt aber keine fachmännische Diagnose und Therapie, denn die Ursache des Fiebers muss bekämpft werden!

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Appetitlosigkeit

Zeigt der Hund eine wesentlich verminderte Nahrungsaufnahme, so kann dies die verschiedensten Ursachen haben. Regelmäßig beobachten wir dies zum Beispiel bei unseren Hündinnen in der letzten Phase der Scheinträchtigkeit. Auch Rüden, in deren Nähe sich eine läufige Hündin befindet, können zu absoluten Nahrungsverweigerern werden. In solchen Fällen hilft nur Geduld, eventuell kann man den Hund auch mit "Leckerlis" zu etwas Nahrungsaufnahme "verführen". Sollte es in diesen Fällen zu deutlicher Abmagerung kommen, dann beraten Sie sich mit ihrem Tierarzt. Er kann ihnen die notwendigen Vitamin- und Aufbaupräparate geben, um diese Zeit (meist zwei bis drei Wochen) zu überstehen.

Liegt kein so offensichtlicher Grund für die Appetitlosigkeit vor, sollte man den Hund genau beobachten. Meist werden sich dann noch andere Krankheitssymptome zeigen (Schmerzen, Fieber, Erbrechen, Durchfall usw.). In solchen Fällen sollte man bald einen Tierarzt zu Rate ziehen, denn die zu Grunde liegende Erkrankung muss erkannt und eventuell behandelt werden.

Mitunter können auch psychische Faktoren eine Rolle spielen. Sind also Krankheiten und hormonelle Gründe auszuschließen, dann sollte man überlegen, ob sich vielleicht in irgend einer Weise die Lebensbedingungen des Hundes für ihn negativ geändert haben.

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Fellveränderungen

Das Fell eines gesunden Hundes sollte dicht und glänzend sein. In der Haarungszeit wird es diesem Wunsch allerdings nicht immer gerecht werden, was aber als normal anzusehen ist.

Stumpfes, brüchiges Haar weist oft auf eine falsche Ernährung oder auch eine Erkrankung des Hundes hin. Sollte die Verwendung hochwertiger Nahrung (siehe Kapitel "Futter ist gleich Futter"), eventuell unter zeitweiser Gabe von das Haarwachstum fördernden Vitamin-Mineralstoff-Gemischen und einem täglichen Esslöffel hochwertigen Pflanzenöls, nicht zum Erfolg führen, dann suchen Sie bitte einen Tierarzt auf. Durch einige Untersuchungen kann er beispielsweise feststellen, ob Nährstoffe fehlen, eine hormonelle Störung oder eine innere Erkrankung vorliegt.

Bald einen Tierarzt aufsuchen sollte man beim wiederholtem Auftreten von Pusteln und Pickeln, wenn sich kahle Stellen im Fell zeigen, bei entzündlichen oder stark juckenden Hautveränderungen. Die Ursachen können so verschiedenartig sein (von einem Parsitenbefall über bakterielle Infektionen bis hin zu Allergien und Hormonstörungen), dass man hier durch ein Herumprobieren mit der eigenen Hausapotheke in der Regel wenig erreichen wird. Lassen Sie solche Hautprobleme unbedingt fachmännisch abklären (Hautgeschabsel, Abstrichpräparate, evtl. Biopsie).

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Husten

Husten ist beim Hund meist mit einem Würgereiz verbunden, so dass man mitunter denkt, der Hund will sich erbrechen. Oft wird auch eine zähe, schleimige Masse dabei hervorgewürgt. Ursache solcher deutlichen Hustenanfälle sind in der Regel Entzündungen im Bronchialbereich, ein bekanntes Beispiel ist der sogenannte Zwingerhusten. Es handelt sich um eine fiebrige Erkrankung, meist ist auch ein deutlicher eitriger Ausfluss aus der Nase ("Schnupfen") zu beobachten. Auch geimpfte Hunde können erkranken, da es ein Vielzahl von Erregern gibt. Oft verläuft bei ihnen die Erkrankung aber zumindest wesentlich milder. Auf jeden Fall sollte man bei Husten einen Tierarz aufsuchen, denn es kann sonst zu langen und quälenden Krankheitsverläufen kommen. Ältere und abwehrschwache Tiere (also auch Welpen) sind besonders gefährdet, denn das Auftreten von Sekundärerkrankungen (z.B. Herzkrankheiten) ist nicht auszuschließen.
Sollte bei Ihrem Hund Verdacht auf Zwingerhusten bestehen, dann bedenken Sie bitte auch, dass es sich um eine hochinfektiöse Erkrankung handelt. Auch gesunde Hunde aus ihrem Haus sollten keinen Kontakt zu Artgenossen aufnehmen! Die Erreger sind für den Menschen ungefährlich, können aber vom Menschen auf andere Hunde übertragen werden, bitte meiden Sie also selbst auch den Kontakt zu fremden Hunden in dieser Zeit.

Eine andere Ursache für Husten können fortgeschrittene Herzkrankheiten sein. Es handelt sich dabei mehr um einen trockenen Husten, der besonders nach Belastungen auftritt. Suchen Sie in solchen Fällen unbedingt einen Tierarzt auf!

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Lahmheiten

Wenn der Hund plötzlich ein Bein schont, dann beobachten Sie genau, um was für eine Störung es sich handelt. Kann der Hund das Bein gar nicht benutzen (setzt es also nicht auf beim Laufen) und zeigt er starke Schmerzen, wenn Sie versuchen das Bein vorsichtig zu bewegen: Unbedingt sofort zum Tierarzt, denn es könnte sich um einen Bruch oder Bänderriss handeln und eine umgehende (evtl. operative) Versorgung ist notwendig.

Ist die Ursache eine Prellung oder Zerrung, so wird der Hund meist lahmen, dass kranke Bein aber beim Gehen leicht aufsetzen. Außerdem läßt sich das Bein von Ihnen vorsichtig(!!!!) bewegen. In diesem Fall kann man getrost einige Tage auf Besserung warten. Man sollte allerdings den Hund in dieser Zeit schonen (wenig Bewegung, Auslauf nur an der Leine) und eventuell mit solchen Mitteln einreiben, wie man sie auch für den Menschen in der Apotheke erhält (natürlich kann man sich auch etwas von seinem Tierarzt geben lassen!). Nach dem Einreiben aber bitte unbedingt darauf achten, dass der Hund das Mittel nicht ableckt! Stellt sich nach spätestens einer Woche keine Besserung ein, dann bleibt doch nur der Weg zum Tierarzt!

Chronische, also lang anhaltende oder oft wiederkehrende, Lahmheiten unterschiedlichster Stärke sind meist in Gelenkerkrankungen begründet (z.B. Hüftgelenks- oder Ellenbogendysplasien). Die Anfänge zeigen sich oft in der Hauptwachstumsphase des Junghundes. Unerfahren Besitzer übersehen aber manchmal, dass der Junghund ein oder mehrere Beine schont, Schwierigkeiten beim Aufstehen zeigt oder allgemein bewegungsunlustig ist. Oft wird das Problem auch von erfahrenen Hundeleuten als "Wachstumsschmerzen" abgetan. Es kann dann durchaus sein, dass nach einiger Zeit die Symptome verschwinden, obwohl das betroffene Gelenk bereits arthrotisch verändert ist. Später zeigen sich dann die Arthrosen durch Schmerzen und daher Lahmheit. Achten Sie also bitte, besonders bei großwüchsigen Junghunden, auch auf kleine Lahmheitssymptome. In vielen Fällen kann eine Operation in der Jugend der Bildung von Arthrosen im Alter deutlich vorbeugen, beraten Sie sich mit einem erfahrenen Tierarzt. Weitere Informationen finden auch Sie unter dem Punkt "
Rund um die Aufzucht".

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Läufigkeitsprobleme und Scheinträchtigkeit

Ein leichter, schleimig-klarer Scheidenausfluss ist bei der Hündin als normal zu betrachten. Insbesondere in der Pubertät kann sich dieser Ausfluss verstärkt zeigen, ein Zustand der mit der ersten Läufigkeit beendet wird.

Ein Grund, den Tierarzt aufzusuchen, ist aber jeder blutige (außerhalb der Läufigkeit natürlich), eitrige und übel riechende Ausfluss!

Die erste Läufigkeit der Hündin ist etwa zwischen dem achten und zwölften Lebensmonat zu erwarten. Es gibt aber auch "Früh- und Spätentwickler". Von da an sollte die Läufigkeit in regelmäßigen Abständen auftreten, das heißt im Normalfall alle sechs Monate. Längere oder kürzere Zyklen sind aber durchaus auch als normal zu betrachten. Bei älteren Hündinnen werden die Abstände zwischen den Läufigkeiten oft länger. Sollten die Läufigkeiten sehr unregelmäßig auftreten oder ganz ausbleiben, so ist unbedingt eine tierärztliche Untersuchung notwendig, da hormonelle, aber auch entzündliche oder sogar bösartige Erkrankungen die Ursache sein können.

Ein weiteres Problem während der Läufigkeit kann die Ausbildung eines Scheidenvorfalles sein. In diesem Falle stülpt sich die Schleimhaut nach außen, was einerseits natürlich ein Infektionsrisiko darstellt und im Extremfall sogar den Abfluss aus Scheide und Harnbalse stark behindern kann. Der Scheidenvorfall hat hormonelle Ursachen und tritt in der Regel bei der ersten Läufigkeit auf. Nach der Läufigkeit bildet sich ein unbehandelter Vorfall wieder zurück, es ist doch mit großer Sicherheit anzunehmen, dass er bei der nächsten Läufigkeit wieder auftreten wird. Daher ist unbedingt ein Tierarzt aufzusuchen, meist wird das Problem operativ gelöst werden müssen.

Zuerst einmal: Scheinträchtigkeit ist keine Krankheit, sondern ein ganz normaler Vorgang!
Auch wenn die Hündin während ihrer Läufigkeit nicht gedeckt wurde, entwickelt sich anschließend, zumindest hormonell gesehen, eine "Trächtigkeit". Wie stark sich das bei einer Hündin bemerkbar macht, ist individuell sehr unterschiedlich. Rein äußerlich beobachtet man in dieser Phase der sogenannten "Scheinträchtigkeit" meist ein Anschwellen des Gesäuges. Viele Hündinnen sollen auch rundlicher werden, bei unseren "Mädels" tritt allerdings eher eine ausgeprägte Fressunlust (etwa sechs bis acht Wochen nach der Läufigkeit) auf, die auch zu einer Abmagerung führen kann. Um die Zeit, in der theoretisch die Welpen geboren würden, entwickeln viele Hündinnen einen Nestbautrieb, manche sollen sogar Kuscheltiere etc. als Welpen adoptieren (was wir bisher noch nicht erlebt haben). Diesen psychischen Veränderungen begegnet man am Besten durch Ablenkung und Beschäftigung, gehen Sie also viel spazieren oder bringen Sie Ihrer Hündin ein paar neue "Tricks" bei.
Der einzige Grund, einen Tierarzt aufzusuchen, könnte die Entwicklung einer Gesäugeentzündung sein! Schauen Sie also regelmäßig das Gesäuge der Hündin an, bei einigen Hündinnen kommt es zum Milchfluß. Diesen bitte nicht durch Massieren des Gesäuges fördern. Ist die Gesäugeschwellung sehr ausgeprägt und schießt Milch ein, dann lassen Sie sich vorbeugend vom Tierarzt ein Mittel verordnen, dass die Laktation beendet. Auf diese Weise lässt sich einer Brustdrüsenentzündung effektiv vorbeugen.
Sofort zum Tierarzt muss man allerdings, wenn eine Brustdrüse sich hart und heiß anfühlt, dann ist nämlich schon eine Mastitis entstanden.

Oft ist die Angst vor den Umständen bei Läufigkeit und Scheinträchtigkeit ein Grund dafür, sich keine Hündin anzuschaffen. Um es aber mal in Relation zu setzen: Obwohl wir seit 1992 mehrere Hündinnen besitzen, hatten wir noch keinen Fall von Gesäugeentzündung in der Scheinträchtigkeit. Auch die oft zitierten "psychischen Macken" begrenzten sich auf das Buddeln von Löchern und die oben schon genannte zeitweilige Fressunlust.

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Probleme beim Harnabsetzen

Bei Hündinnen (besonders bei jungen) ist eine Blasenentzündung nicht selten. Anzeichen sind häufiges Absetzen von kleinen Mengen Harn, oft auch "zwanghaft" mehrfach hintereinander. Mitunter ist das sogar mit Schmerzreaktionen verbunden. Diese Blasenentzündung ist unbedingt behandlungsbedürftig, denn sonst kann die Infektion zu den Nieren aufsteigen. Bitte wenden Sie sich baldigst an ihren Tierarzt. Vor der Behandlung mit einem Antibiotikum wäre es sinnvoll, den Erreger zu bestimmen und festzustellen, welche Medikamente wirklich wirksam sind ("Resistenzbestimmung", "Resistogramm"). Dazu müssten Sie Urin gewinnen, was natürlich nicht so einfach ist. Wir haben guten Erfolg erzielt mit einem sauberen Plastikbeutel (neuer Gefrierbeutel), den wir nach dem Beginn des Harnabsetzens "blitzschnell" unter die Hündin hielten.

Bei Rüden sind Blasenentzündungen anatomisch bedingt seltener, können aber auch auftreten. Probleme beim "Wasserlassen" entstehen hier aber viel häufiger durch Prostataveränderungen. Eine Vergrößerung der Prostata (beim Hund meist gutartig) zeigt sich oft durch einen sehr dünnen Strahl beim Harn absetzen mit entsprechend langer Dauer. Ist die Prostata extrem vergrößert, so kann sogar der Stuhl verformt sein (nicht rund sondern "platt gedrückt"). Außerdem kann es zur Beimengung von Blut im Harn und besonders in das Ejakulat kommen. Bitte stellen Sie Ihren Hund einem Tierarzt vor. Durch Palpation (Abfühlen) und Ultraschall ist eine schnelle Diagnose möglich. Therapeutisch wird oft zur Kastration geraten.

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Überhitzung

Hier gilt natürlich ganz besonders: Vorbeugen ist besser als Heilen! Da Hunde ihren Wärmehaushalt im Wesentlichen nur über das Hecheln regulieren können, sind sie hitzeempfindlicher als wir Menschen. Deutsche Doggen leiden, trotz ihres kurzen Felles, sehr stark unter heißen Außentemperaturen. Dasselbe gilt natürlich auch für langhaarige Hunde und Hunde mit dunkler Fellfarbe. Das bedeutet also: Keine anstrengenden Unternehmungen in der prallen Sonne, Spaziergänge lieber auf den frühen Morgen und späten Abend verlegen, dem Hund ausreichend Möglichkeit bieten, sich an einen kühlen Platz zurückzuziehen. Die Wasserverluste durch verstärktes Hecheln muss der Hund jederzeit durch die Aufnahme von frischem Wasser ausgleichen können.
Hitzefalle Auto: Auch an nicht so warmen Tagen bitte unbedingt daran denken, dass alleine die Sonneneinstrahlung ein geschlossenes Auto schnell zu einem "Backofen" werden lässt! Also lassen Sie Ihren Hund nie für längere Zeit alleine im Wagen zurück, wenn nicht absolut sicher ist, dass dieser sich im Schatten befindet (die Sonne wandert bekanntlich!!)!

Eine beginnende Überhitzung erkennt man an außerordentlich starkem Hecheln, hoher Pulsfrequenz und zunehmender Unruhe und Unsicherheit in der Bewegung. Im weiteren Verlauf kann es zu Krämpfen und Bewusstlosigkeit kommen.
Bei ersten Anzeichen von Überhitzung den Hund sofort an einen kühlen, schattigen Ort legen, mit feuchten Tüchern und evtl. Wickeln Abkühlung verschaffen. Sollte der Kreislauf schon beeinträchtigt sein, dann unbedingt schnellstens einen Tierarzt hinzuziehen!

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