Grundsätzlich geben wir unsere Welpen gerne in Familien mit Kindern ab, denn das Zusammenleben mit einem Hund ist eine große Bereicherung für die kindliche Entwicklung. Und auch Hunde sind, eine gute Prägung vorausgesetzt, glücklich in einem Rudel mit Kindern.
Dafür dass sich eine positive Beziehung zwischen Kind und Hund aufbaut, tragen die Erwachsenen allerdings die Verantwortung. Was ist also unbedingt zu beachten?

  • Kinder haben oft den Wunsch nach einem Hund in der Familie. Die Eltern müssen sich aber vor der Anschaffung darüber im klaren sein, dass alle Verantwortung für die Versorgung des Hundes im Endeffekt immer bei den Erwachsenen bleiben wird.
  • Der Auswahl des richtigen Hundes kommt hier eine große Bedeutung zu. Für Familien mit Kindern kommen nach unserer Auffassung nur gut geprägte Welpen oder erwachsene Hunde deren Kinderfreundlichkeit mit Sicherheit bekannt ist in Frage. Bei der Übernahme eines erwachsenen Tieres muss man sich in besonderem Maße über die Vorgeschichte des Hundes informieren, denn es kann sein, dass der Hund einmal mit Kindern schlechte Erfahrungen gemacht hat.
  • Rüde oder Hündin spielt nach unseren Erfahrungen keine Rolle. Gerade auch unsere Rüden zeichnen sich durch große Kinderfreundlichkeit aus. Unsere erste Dogge Festus war sogar ein richtiger "Kindernarr". Wenn er beim Spaziergang in der Ferne Kinder hörte, wurde er langsamer. Manchmal legte er sich sogar hin, um auf die Kleinen zu warten. Dann war er äußerst sanft und anschmiegsam zu den Kindern und drosselte ganz von selbst sein Temperament, um ihnen beim Spiel nicht weh zu tun.
  • Die Erziehung des Welpen muss vom ersten Tag an liebevoll aber konsequent begonnen werden. Daran sollten sich auch größere Kinder unbedingt beteiligen. Kleinkinder wird der Hund allerdings nie als "ranghöher" in seinem Rudel akzeptieren, sie genießen bei einem gut geprägten Hund eher den Status von Welpen.
  • Auch Spielen will gelernt sein! Bringen Sie schon dem Welpen während des Spielens gezielt bei, was er darf und wie er mit seinen Menschen spielen soll. Auch der Umgang mit Spielzeug muss trainiert werden. Das klingt vielleicht erstaunlich, doch immer wieder ist zu beobachten, dass ein Hund, der als Welpe beispielsweise nie das Ballspielen kennen lernte auch später nicht weiss, was er mit einem Ball anfangen soll. Auf jeden Fall sollte beim Spiel mit dem Welpen das Zwicken in die Haut, das Anspringen und das Zerren an der Kleidung des menschlichen Spielpartners liebevoll aber energisch verboten werden. Viele Unfälle mit Kindern können so vermieden werden (siehe "Missverständnisse").
  • Selbstverständlich kann man größere Kinder auch in die täglichen Pflichten einbeziehen, aber dem Kind die gesamte Verantwortung für den Hund zu übertragen ist realitätsfern. Man muss wohl sogar damit rechnen, dass starke tägliche Zwänge im Endeffekt zu einer Ablehnung des Vierbeiners führen könnten. Na, jeder kennt seine Kinder da ja wohl am besten. Wenn also nicht auch die Eltern den dringenden Wunsch haben, einen Hund anzuschaffen, dann sollte man von dem Vorhaben unbedingt Abstand nehmen!
  • Kinder müssen lernen, den Hund artgerecht zu behandeln. Solange dies nicht mit Sicherheit gewährleistet ist (also bei Kleinkindern und auch jüngeren Schulkindern in jedem Falle), darf man Hund und Kind nie unbeaufsichtigt alleine lassen! Lässt sich das nicht einrichten, dann sollte man mit der Hundeanschaffung lieber noch warten.
  • Kinder dürfen grundsätzlich nur solche Hunde ausführen, denen sie körperlich und psychisch auch gewachsen sind. Es nutzt da auch gar nichts, wenn der Hund bei "Frauchen" oder "Herrchen" aufs Wort hört, das bedeutet nämlich noch lange nicht, dass er sich im Zweifelsfalle auch dem Kind unterordnen wird.

Missverständnissen zwischen Kind und Hund vorbeugen:

Kinder und Hunde haben in ihrem (Spiel-) Verhalten Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Die meisten Unfälle sind wohl auf Missverständnisse zurückzuführen. Solange ein Kind noch nicht in der Lage ist, die hundlichen Verhaltensweisen richtig zu deuten, muss also die Aufsicht durch Erwachsene solchen Problemen vorbeugen. Hier ein paar wichtige Beispiele:

  • Der Hund schläft, das Kind will ihn zum Spiel auffordern und weckt ihn unvermittelt (z.B. indem es am Schwanz zieht). Es kann durchaus passieren, dass der Hund beim Hochschrecken instinktiv nach dem vermeintlichen Gegner schnappt. Prägen Sie Ihrem Kind also ein, den Hund auf seinem Ruheplatz zufrieden zu lassen und ihn grundsätzlich durch Ansprechen zu wecken!
  • Hunde möchten ungestört fressen. Selbstverständlich darf der "Boss" ihnen den Kauknochen oder Fressnapf jederzeit wegnehmen (wenn dies nicht der Fall sein sollte, müssen Sie unbedingt erzieherisch reagieren, lassen Sie sich aber bei wenig Hundeerfahrung zuvor gut beraten). Jüngere Kinder werden nicht als ranghöher anerkannt, sie sollten also während dieser frisst etwas Abstand vom Hund halten.
  • Kind und Hund spielen gemeinsam, das Kind fühlt sich vielleicht durch den Hund bedrängt und will weglaufen. Der Hund erfasst das mit Sicherheit als eine verstärkte Spielaufforderung und folgt dem Kind in wilden Sprüngen, das Kind bekommt Angst und läuft schneller. Die möglichen Folgen kann sich sicherlich jeder ausmalen. Also unterbinden Sie solche Fangspiele, solange das Kind noch nicht in der Lage ist durch Stehenbleiben und das Kommando "aus" dem Spiel selbst ein Ende zu setzen.
  • Beim beliebten Zerrspiel, also dem Wettkampf um einen Strick, Stock oder was auch immer, kann der Hund im Eifer des Gefechtes (insbesondere wenn der Strick recht kurz ist) auch mal daneben schnappen und die Hand des Kindes ins Maul bekommen. Ein normal entwickelter Hund wird das Kind dabei niemals absichtlich verletzen. Ehe er seinen Irrtum merkt, kann er aber schon so zugekniffen haben, das ein blauer Fleck die Folge ist. Beaufsichtigen Sie also alle Spiele und sorgen Sie für geeignetes Spielzeug.
  • Hunde möchten beim Spielen ihren Partner gerne Anspringen. Dies sollte man dem Hund grundsätzlich abgewöhnen, denn es kann gerade bei einer Dogge auch für Erwachsene nicht ungefährlich sein. Spiele mit Anspringen sind also grundsätzlich tabu!
  • Wenn Sie das Spiel zweier Hunde untereinander beobachten, dann werden sie oft sehen, dass die beiden beieinander liegen und sich mit weit aufgerissenem Rachen gegenseitig die Schnauzen ins Maul nehmen. Dies ist eine besonders liebevoll gemeinte Geste, wir können bei unseren Mutterhündinnen oft beobachten, dass sie den ganzen Kopf ihres Welpen ins Maul nehmen und liebevoll "bekauen". Der Welpe findet das herrlich - ein Kind wird mit Sicherheit erschrecken und sich bei der Abwehrbewegung eventuell an den Hundezähnen verletzen! Vor solchen Liebesbezeugungen müssen Sie insbesondere Kleinkinder schützen, indem Sie dem Hund diese Handlung verbieten.

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