Wenn ein Welpe, frühestens im Alter von acht bis neuen Wochen, von seiner Mutter und den Wurfgeschwistern getrennt wird, um "seine eigene Familie" zu finden, dann sind wichtige Grundlagen für seine ganze weitere Entwicklung bereits gelegt.
Zum einen ist da natürlich seine genetische Veranlagung, also das "Erbgut", dass er von seinen Eltern mit bekommen hat. Eine weitere wesentliche Bedeutung haben die Aufzuchtbedingungen. Dazu gehört eine möglichst optimale Ernährung, regelmäßige Entwurmungen und Schutzimpfungen und die Möglichkeit zur altersgerechten Bewegung. Ebenso wichtig ist aber auch die Prägung der Welpen auf den Menschen und die vielfältigsten Umweltbedingungen. Vieles was in den ersten Lebenswochen versäumt wurde, lässt sich später nur schwer oder gar nicht mehr nachholen!

Ein "tolles Schnäppchen" beim Welpenkauf kann aus diesem Grund für alle Beteiligten (außer dem Verkäufer natürlich!) fatale Folgen haben.

 

Einige Tipps, worauf man nach unserer Meinung bei der Suche nach dem "richtigen Züchter" gezielt achten sollte:

Der erste Kontakt

Den "richtigen" Züchter zu finden, ist auch nicht ganz so einfach. Unter diesem Begriff preisen sich auch die meisten professionellen Hundehändler und -vermehrer an. Außerdem ist auch bei manchem "Hobby-Züchter" nicht immer alles Gold was glänzt! Wichtig bleibt vor allem: selbst sehen, testen und vergleichen.

  • Wie leicht oder schwer ist es, die Züchter zu erreichen und einen Besuchstermin zu verabreden? - Vorsicht ist wohl immer geboten bei Angaben wie "telefonisch ab 19 Uhr erreichbar", vielleicht sind die Hunde dann auch solange alleine!
  • Werden mehrere Würfe verschiedener Rassen angeboten? Achtung Massenzüchter oder Händler!!!!
  • Wird eine "frei-Haus-Lieferung" von Welpen angeboten? Das klingt zwar sehr bequem, aber der Interessent kauft hier "die Katze im Sack" und wird nie etwas über die Haltungsbedingungen, die Eltern des Wurfes usw. erfahren! Kein seriöser Züchter wird jedenfalls seine Welpen einfach irgendwem bringen, das steht fest!
  • Natürlich kann man auch ohne Terminvereinbarung mal hinschauen, das hat den Vorteil, daß nichts hergerichtet oder geschönt sein wird. Allerdings muß man auch damit rechnen, daß gerade keiner da ist, die Welpen gerade gefressen haben und schlafen oder aber das Haus voller Besucher ist. Nach unserer Meinung ist eine solche Überraschungsaktion auch nicht notwendig, wenn man auf die hier dargestellten Schwerpunkte achtet.
  • Beim ersten Gespräch - auch vielleicht schon telefonisch - sollte der Schwerpunkt auf einer intensiven Beratung des Interessenten durch die Züchter liegen. Wenn man den Eindruck hat, in einem "Verkaufgespräch" gelandet zu sein und dazu vielleicht schon zur Begrüßung einen der süßen kleinen Welpen in den Arm gedrückt bekommt - Vorsicht Falle!
  • Ein engagierter Züchter will vor allem, dass seine Welpen ein gutes und zuverlässiges Zuhause bekommen. Daher wird er jedem "Bewerber" zuerst sich und seine Zucht vorstellen und ihn danach mit unzähligen Fragen überschütten, denn es ist wichtig, sich über die Möglichkeiten der Hundehaltung und die individuellen Vorstellungen vom späteren Zusammenleben mit dem Vierbeiner ein möglichst genaues Bild zu machen. Dabei sollten auch Probleme (z.B. familiäre Verhältnisse, Zeitmangel bei Berufstätigkeit) zur Sprache kommen und eine ausführliche Beratung stattfinden!

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Worauf man bei einem Züchterbesuch gezielt achten sollte

Mancher kann gut und viel reden, andere sind weniger zur Selbstdarstellung begabt, daher hier ein paar Tipps, auf welche äußeren Zeichen man unserer Meinung nach bei der Auswahl "seines" Züchters achten sollte:

Man achte zuerst einmal auf die erwachsenen Hunde - wenn es auch schwer fällt, die Babys zu ignorieren!

  • Wieviele Hunde werden gehalten? (Es soll "Züchter" geben, die den Überblick verlieren und über ihren eigenen Bestand Buch führen müssen!)
  • Wo und wie sind die Hunde untergebracht? Reine Zwingerhaltung ist schlecht, steht die Zwingeranlage dann vielleicht noch in größerer Entfernung vom Wohngrundstück des Züchters sollte man lieber wieder gehen!
  • Steht den Hunden ein Freiauslauf zur Verfügung? Gemeint ist damit ein Bereich mit natürlichem Boden, Busch- oder Baumbestand, wo die Vierbeiner herumtollen und auch mal buddeln und mit "Stöckchen" spielen können. Wird da ein gepflegtes Gartenstück mit Rasen und Blumenrabatten hergezeigt, so ist bei der Haltung mehrerer Hunde sicher, daß diese sich hier nicht oft aufhalten - wo sind sie also dann? Im Zwinger?
  • Gibt es auch ältere, nicht mehr zuchtfähige Hunde im Rudel? Wenn nein, wieso nicht????
  • Bewegen sich die Hunde mit Selbstverständlichkeit auf dem Grundstück und auch im Haus?
  • Nehmen die Hunde von selbst gerne Kontakt zu ihrem Züchter auf, zeigen also eine enge Bindung?
  • Werden Gäste in Anwesenheit des Züchters freundlich (vielleicht, je nach Veranlagung, auch zurückhaltend) begrüßt oder gibt es Anzeichen für scheues bzw. aggressives Verhalten?

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Nun endlich zu den Welpen:

  • Wo wachsen die Welpen auf? Ein hochsteriler, gefliester Aufzuchtraum mit einem betonierten Auslauf wäre kein gutes Zeichen! Natürlich auch nicht eine verwahrloste Scheune oder kleine Hütte im "Schlamm"! Wichtig ist, dass den Welpen eine abwechslungsreiche Umgebung zur Verfügung steht, möglichst auch mit "Ausblick" auf die Welt draußen und "Einblick" in Haus und Wohnung.
  • Sehen die Welpen gesund aus? Das heißt rundlich aber ohne aufgetriebene Bäuche, mit glänzendem Fell und ohne Triefaugen, voller Übermut und Lebenslust. Übrigens: Kommt so ein kleiner Kerl mit einer frischen Drecknase und erdverschmiertem Fell an, so können wir nur aus eigener Erfahrung sagen: gutes Zeichen! Auch kleine "Löcher" im Fell sind in diesem Alter ganz normal, da beim wilden Spiel mit den Geschwistern die spitzen Welpenzähne schnell zu solchen - bald heilenden - kleinen Wunden führen!
  • Werden die Welpen von der Mutterhündin und den anderen erwachsenen Hunden getrennt gehalten? Das ist für die Prägung der Kleinen ganz schlecht, und es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, auch wenn der Züchter das behaupten sollte!
  • Wie reagieren die Welpen auf Besuch? Neugier und Unbefangenheit sollte man erwarten. Aber bitte bedenken: Ist ein Welpe müde, dann zieht er sich zurück und will seine Ruhe haben. Das ist völlig natürlich, hier muß man halt abwarten, bis die kleinen Kerle wieder munter werden.
  • Sind die Welpen schon etwas älter (etwa ab fünf Wochen), dann kann ein guter Züchter auch schon einiges über ihren "Charakter" aussagen. Nicht für jeden ist der frechste und temperamentvollste auch der richtige. Hier sollte man sich eingehend beraten lassen, besonders als "Neuling".
  • Was unternimmt der Züchter, um die Welpen auf ihr späteres Leben vorzubereiten ("Umweltprägung")? Dazu gehört der altersgerechte Kontakt mit vielfältigen Umweltreizen: fremde Menschen besonders auch Kinder, andere Hunde und Tiere, kleine Spaziergänge, Autofahrten, Radio, Fernseher, Staubsauger ...
  • Sind die Welpen geimpft (ab der sechsten Lebenswoche gegen Parvovirose, ab neunter Woche Vierfachimpfung, später dann Fünffach- bzw. Sechsfachimpfungen) und regelmäßig alle zwei Wochen entwurmt worden?

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