Füttere ich meinen Hund richtig ?  
Wann und wie oft füttern ?  
Wasser ist wichtig !  
Kleine "Zusatz-"Tipps !  
Folgende Fütterungsfehler bitte unbedingt vermeiden !  

Füttere ich meinen Hund richtig?

Folgende Anzeichen sprechen für Fehler bei der Fütterung oder Probleme mit der Verträglichkeit des Futters:
  • Der Hund wird zu dick: Rippen nur noch mühsam tastbar!
  • Der Hund wird zu dünn: Rippen zeichnen sich deutlich ab, an der Kruppe werden die Konturen der Beckenknochen erkennbar!
  • Der Hund setzt täglich große Mengen Kot ab, meist auch schlecht geformt (also relativ weich).
  • Das Fell ist stumpf und brüchig.
  • Es gibt Anzeichen für Fehlentwicklungen der Knochen und Gelenke (vor allem beim heranwachsenden Hund).
  • Es gibt Anzeichen für eine Nahrungsmittelallergie (besonders Hautausschlag, Juckreiz, Durchfall, evtl. wiederholtes Erbrechen). Dies ist aber unbedingt mit einem Tierarzt abzuklären, da solche Symptome viele Ursachen haben können!

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Wann und wie oft füttern?

Etwa ab der achten Woche können die Welpen auf drei Futterrationen täglich umgestellt werden. Dreimaliges Füttern sollte bis zum Ende der Hauptwachstumsphase unbedingt beibehalten werden. Danach kann man die Dogge auf zwei Futterrationen täglich einstellen. Einmaliges Füttern lehnen wir ab, da die Futtermenge in diesem Fall sehr groß sein muss. Dies kann ein Risikofaktor für die bei großen Hunden so gefürchtete Magendrehung sein.

Sinnvoll ist es, die Fütterungszeiten gleichmäßig über den Tag zu verteilen. Natürlich kann man die Zeiteinteilung den eigenen Lebensverhältnissen anpassen. Allerdings sollte der Hund etwa zwei Stunden nach der Fütterung eine "Verdauungspause" haben und ruhen können. Intensive Bewegung kurz vor aber insbesondere nach der Fütterung wird auch als Risikofaktor für eine Magendrehung diskutiert.

Wenn Sie Trockenfutter verwenden, dann können Sie dies einweichen oder trocken verfüttern. Beim Einweichen ist zu bedenken, dass bei längerem Stehen (mehrere Stunden) Gärungsprozesse auftreten, die wiederum eine Magendrehung befördern könnten. Außerdem sollte das Wasser zum Einweichen gut warm sein, aber keinesfalls mehr als 80°C heiss, da sonst empfindliche Vitamine zerstört werden.

Wir geben der Trockennahrung einen Löffel "Büchsenfleisch" oder etwas Reis, Nudeln, Gemüse etc. bei und versetzen das Ganze erst kurz vor dem Verfüttern mit warmem Wasser. Damit haben wir hinsichtlich Akzeptanz und Verträglichkeit die besten Erfahrungen gemacht.

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Wasser ist wichtig!

Bitte stellen Sie Ihrem Hund ständig frisches Wasser zur Verfügung. Besonders wichtig ist das, wenn Sie Trockenfutter verwenden. Achten Sie darauf, dass Wasser regelmäßig zu wechseln, da die Hunde es häufig weniger zum Saufen als zum Ausspülen ihres Fanges verwenden. Im Winter besteht durch die Aufnahme eisig kalten Wassers die Gefahr einer Magenschleimhautentzündung!

Gewöhnen Sie Ihrem Hund möglichst von Anfang an ab, aus Tümpeln, Pfützen oder Wasserläufen zu trinken. Nur zu oft ist solches Wasser bakteriell oder mit Chemikalien verunreinigt.

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Kleine "Zusatz"-Tipps

  • Jeweils ein- bis zweimal wöchentlich ein gekochtes Ei sowie ein Gelbei (bitte kein rohes Eiweiß!) ins Futter - zusätzlich wertvolle Aminosäuren für den Eiweißaufbau.
  • Zweimal in der Woche einen Esslöffel Sonnenblumen- oder Olivenöl - essentielle Fettsäuren sind gut vor allem für Haut und Fell.
  • Für Jungtiere prophylaktisch und für erwachsene Hunde mit Gelenkproblemen: täglich "Muschelextrakt-Präparate" ins Futter geben. Die Inhaltsstoffe Chondroitinsulfat und Glucosamine fördern nachweislich die Knorpelbildung und damit die Gelenkfunktion. Aber bitte Dosierung und Auswahl des Präparates in Absprache mit dem Tierarzt. Einige Fertigfutter für große Hunde enthalten bereits diese Stoffe.
  • Wenn der Hund mal schlecht frisst (z.B. Hündinnen in der Scheinträchtigkeit) oder auch wenn Tabletten verabreicht werden müssen: Etwas Leberwurst wirkt erfahrungsgemäß Wunder!
  • Bei leichtem Durchfall (ohne Fieber und sonstige Krankheitszeichen!) geben wir über mehrere Tage einige Löffel Reismehl sowie einen Esslöffel Heilerde ins Futter. Bei schwerem Durchfall aber unbedingt schnell einen Tierarzt aufsuchen, da schon der Verlust an Wasser und Mineralien lebensgefährlich werden kann!

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Folgende Fütterungsfehler bitte unbedingt vermeiden:

  • Bei Verwendung einer ausgewogenen Fertignahrung nie Vitamin-Kalkpräparate zufüttern. Ein "Zuviel" ist genauso schädlich wie eine mangelhafte Zufuhr! Ausnahmen können nur bestimmte Stoffwechselstörungen sein, die ein erfahrener Tierarzt feststellt.
  • Eine Mischung von Fertignahrung mit Fleischfütterung ist nach meiner Auffassung nicht empfehlenswert, da der Mineralstoff- und Vitamingehalt des Fertigfutters auf eine Alleinfütterung abgestimmt ist, bei einer Mischfütterung verliert man vollkommen den Überblick und es kann zu großen Defiziten zwischen Angebot und Bedarf an diesen lebenswichtigen Stoffen kommen!
  • Den Hund - besonders in der Wachstumsphase - nicht überfüttern! Die noch weichen Knochen und Bänder des Muskelapparates werden durch zu hohes Gewicht stark überlastet und es kann zu Verformungen kommen. Entscheidend für die richtige Futtermenge ist die Kondition des Hundes (die Rippen müssen immer fühlbar sein!), auch wenn die auf dem Futtermittel angegebenen Richtwerte dabei eventuell unterschritten werden.
  • Wenn der Hund seine Portion nicht auffrisst (zumindest innerhalb von ca. 15 Minuten), dann die Futterschüssel wegnehmen und bei der nächsten Fütterung die Portion eventuell etwas verkleinern. Wenn das Futter stehen bleibt, kann es zur Vermehrung von Bakterien und zu Gärungsprozessen kommen, dieses kann wiederum eine Magendrehung beim Hund begünstigen. Außerdem erzieht man sich so einen mäkligen Fresser.
  • Nach unserer Meinung ist es nicht günstig (wenn auch oft gut gemeint), die Marke des Fertigfutters ständig zu wechseln. Der Hund benötigt diese "Abwechslung" nicht und jede Futterumstellung ist eine Belastung für das Verdauungssystem. Außerdem wird das Risiko für Allergien erhöht, wenn man dem Hund ständig neue potentielle Allergene anbietet.
  • Was für die menschliche Nahrung gut ist, kann für den Hund schädlich sein! Natürlich wird man den Hund nicht am Tisch betteln lassen, aber auch die Gabe von Essensresten zu den Futterrationen ist schädlich, besonders wenn es sich um stark gewürzte Speisen oder Süßigkeiten handelt. Schokolade (insbesondere bittere) enthält sogar für Hunde ausgesprochen giftige Substanzen!
  • Das Futter niemals kalt (beispielsweise direkt aus dem Kühlschrank) verabreichen, aber auch zu heißes Futter ist schädlich!
  • Niemals rohes Schweinefleisch ungesicherter Herkunft verfüttern, auch nicht das beste Filetstück! Schweine können Überträger der Aujetzkyschen Krankheit sein. Der Erreger ist ein Virus, das für den Menschen völlig ungefährlich ist, beim Hund aber zum Tode führt (auch tierärztliche Hilfe ist nicht möglich, eine Schutzimpfung existiert in Deutschland noch nicht)! Deutschland gilt derzeit als "Aujetzkyfrei", aber weltweit ist diese Krankheit nicht ausgerottet. Vorsicht aber auch bei allen Produkten, die rohes Schweinefleisch enthalten (Schinken, Salami, Bratwurst etc.).
  • Das Verfüttern von Knochen ist nach unserer Ansicht nicht empfehlenswert. Verletzungsgefahr besteht natürlich bei allen splitternden Knochen (Geflügelknochen von älteren Tieren bzw. gekocht oder gebraten!), diese also bitte dem Hund niemals geben. Aber auch sonst haben Knochen unangenehme "Nebenwirkungen", denn sie fördern, in größerer Menge verfüttert, Darmträgheit und Verstopfung. Wir empfehlen daher die zahlreich angebotenen Kauprodukte für Hunde. Bei Kauknochen aus Rinderhaut achten Sie aber auf die Herkunft, da hier (insbesondere bei Produkten aus Asien) eine hohe Verunreinigung mit verschiedenen Chemikalien (beispielsweise Chrom) auftreten kann.
  • Milch in der Hundeernährung ist stark umstritten. Dem Hund fehlen jedenfalls die entsprechenden Verdauungsenzyme zum Abbau des Milchzuckers, daher kann es zu Durchfällen kommen.
  • Ein bis zwei Eier wöchentlich können eine wertvolle Nahrungsergänzung sein und werden vom Hund gern gefressen. Bitte aber nicht rohes Eiweiß verfüttern, da hier Stoffe enthalten sind, die die Aufnahme von Vitaminen aus der Nahrung behindern. Empfehlenswert sind also gekochte Eier oder rohes Eigelb.
  • Bei jeder Futterumstellung bitte beachten, dass Hunde (ganz besonders Jungtiere) auf plötzliche Veränderungen mit Verdauungsproblemen (Durchfall usw.) reagieren können. Daher das neue Futter schrittweise dem gewohnten zumischen, um eine langsame Umstellung zu erreichen.

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