Die Beantwortung dieser Frage eskaliert unter einigen "Hundeleuten" leider zum "Glaubenskrieg". Ganz objektiv betrachtet gibt es sicherlich nicht "die einzig richtige Fütterungsmethode", sondern verschiedene Möglichkeiten, seinen Hund möglichst bedarfsgerecht zu ernähren. Jede hat dabei Vor- und Nachteile, die es unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten des Hundes gegeneinander abzuwägen gilt.

Wie werden Hunde derzeit gefüttert?

  1. Die "konventionelle Fleischfütterung". Hierbei wird überwiegend gekochtes Fleisch (Muskelfleisch, Innereien, auch Schlachtabfälle) mit Flocken, Reis, Nudeln und Gemüse verfüttert.
  2. Die Ernährung des Hundes mit "Fertigfutter". Hierbei muss man Nassfutter (Dosen) von Trockenfutter unterscheiden. Für Deutsche Doggen dürfte aufgrund des hohen Nährstoffbedarfes nur die Verwendung von Trockenfutter in Frage kommen (bei Nassfutter wären riesige Mengen zu verfüttern).
  3. Der neueste Trend: BARF. Für dieses Kürzel findet man verschiedene Erklärungen. Das Grundprinzip beruht auf der Verfütterung von rohem Fleisch und Knochen, kombiniert mit Flocken und Gemüse.
  4. Die "Mischfütterung", also die abwechselnde oder auch gleichzeitige Verabreichung von Fleisch und Trockenfutter mit Flocken etc.
  5. Die überwiegende Fütterung mit Essensresten aus der menschlichen Ernährung ist leider mitunter auch noch zu finden.
  6. Die vegetarische Ernährung stellt sicher einen Ausnahmefall dar. Aber auch die Futtermittelindustrie hat sich diesem Trend schon angepasst (es gibt bereits "vegetarisches Fertigfutter"!).

Keinesfalls empfehlenswert sondern schädlich!

Sicherlich gibt es stichhaltige Argumente, die für die ersten drei der oben aufgeführten Fütterungsmethoden sprechen. Die Varianten 4, 5 und 6 jedoch sind keine geeigneten Formen einen Hund zu füttern!
Bei der "Mischfütterung" ist es kaum noch möglich, Nährstoffgehalt, Aufnahme von Mineralien und Spurenelementen sowie Vitaminen zu kontrollieren. Es kann sehr schnell zu einer Über- oder Unterversorgung kommen.
Reste der menschlichen Nahrung sind in ihrer Zusammensetzung und durch die Zubereitung (Salz, Gewürze, scharfes Anbraten etc.) für den Hundemagen unverträglich. Außerdem enthalten sie keinesfalls die notwendigen Inhaltsstoffe wie hochwertige Eiweisse, Vitamine und Mineralien.
Hunde sind keine Pflanzenfresser. Dafür ist ihr Veradauungssystem nicht ausgelegt (entprechende Verdauungsenzyme fehlen, der Dünndarm ist viel zu kurz). Außerdem ist die Zusammensetzung der Pflanzen besonders hinsichtlich ihres Eiweissgehaltes für den Hund nicht optimal.

Unsere praktischen Erfahrungen:

Wir selbst haben (auch mangels anderer Möglichkeiten) zehn Jahre lang unseren Neufundländer mit gekochtem Fleisch, Flocken, Reis, Gemüse etc. ernährt, also "konventionell". Es gab dabei keine Wachstums- oder Verträglichkeitsprobleme. Andererseits füttern wir seit 1990 Fertignahrung, selbst unser alter Neufundländer ließ sich problemlos darauf umstellen und unsere Deutschen Doggen akzeptieren dieses Futter bestens. Wir können nicht feststellen, dass unsere Hunde im Vergleich mit konventionell bzw. mit Rohfleisch ("BARF") gefütterten Doggen aus unserem Bekanntenkreis eine höhere Krankheitsanfälligkeit, Allergieneigungen, Verdauungsprobleme oder eine durchschnittlich geringere Lebenserwartung haben. Natürlich haben wir uns auch aus rein praktischen Gründen für die Verwendung eines hochwertigen Trockenfutters entschieden. Wir schätzen die guten Lagerungsmöglichkeiten und die einfache und schnelle Zubereitung ebenso wie die Tatsache, dass eine ausgewogene Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoffversorgung ohne großen Berechnungsaufwand möglich ist. Hätten wir aber jemals negative Folgen dieser Fütterungsmethode bei unseren Hunden beobachten können, dann würden wir mit Sicherheit wieder "konventionell" füttern.

Fertigfutter oder nicht? Das "Für und Wider" aus unserer Sicht:

Hunde stammen bekanntlich vom Wolf ab - und der Wolf ist ein Fleischfresser, der seine Beutetiere roh und "mit Haut und Haaren" verspeist. Dem entsprechend ist sein Verdauungssystem auch aufgebaut. Prinzipiell hat das Verdauungssystem des Hundes natürlich den gleichen anatomischen Aufbau. Inwiefern es allerdings bedingt durch die jahrtausende dauernde Domestikation funktionelle Unterschiede gibt ist kaum untersucht. Es erscheint allerdings denkbar, dass im Laufe dieser langen Zeit auch im Hinblick auf die Ernährungsgewohnheiten eine gewisse Selektion stattfand, der Hund sich also einer durch den Menschen vorgegebenen Ernährungsweise angepasst hat. Ob aus diesem Gesichtspunkt heraus die natürliche Nahrung des Wolfes auch für unsere Haushunde noch die optimalste ist bleibt zumindest zweifelhaft. Auf jeden Fall sind wir der Auffassung, dass der gesamte Stoffwechsel unserer Doggen nicht mehr an ein stark wechselndes Nährstoffangebot angepasst ist.

Ein weiteres viel diskutiertes und wichtiges Argument ist die Qualität der Zutaten des Futters. Fleisch sollte hier nach unseren Auswahlkriterien auch beim Fertigfutter an erster Stelle stehen. Selbstverständlich ist nicht zu erwarten, dass für "Hundefutterfleisch" dieselbe Fleischqualität eingesetzt wird, die für den menschlichen Verbrauch im Fleischereifachgeschäft erhältlich ist. Und das selbst dieses nicht immer optimal ist haben ja die letzten Lebensmittelskandale eindeutig gezeigt. Ich würde aber auch nicht davon ausgehen, dass die im Tiernahrungsfachhandel angebotenen "Frischfleischprodukte für Hunde" (meist in tiefgekühlter Form) diesen hohen Qualitätsansprüchen entsprechen - warum sonst sollten sie wesentlich preiswerter sein?? Die genaue Herkunft des Futters kann man wohl nur sicher wissen, wenn man sie selbst bei einem persönlich bekannten Bio-Bauern einkauft. Da die meisten Hundehalter diese Möglichkeit nicht haben, muss man wohl oder übel Kompromisse eingehen (wie bei der eigenen Ernährung auch).

Ein nächster Punkt sind die Konservierungs- und Zusatzstoffe. Hier sollte man schon die Zutatenliste seines Trockenfutters aufmerksam lesen! Hinweise dazu finden Sie im Kapitel "
Rund um das Trockenfutter". Es ist aber vielleicht ein Trugschluss, dass frisches Fleisch für die Hundefütterung (außer aus dem Bio-Bauernhof...) völlig unbelastet ist - man denke nur zum Beispiel an die übermäßigen Konzentrationen von Antibiotikas und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen, die im Hühner- und Putenfleisch aus Asien und Südamerika (für den menschlichen Verbrauch!) festgestellt wurden.

Durch das Herstellungsverfahren für Trockenfutter werden unstrittig Vitamine und andere Inhaltsstoffe der Rohnahrung zerstört (durch starkes Erhitzen). Diese müssen dann als Ergänzungsstoffe nach der Vorbehandlung wieder zugesetzt werden (der Zutatenliste des Fertigfutters zu entnehmen). Nach unserer Meinung kommt es aber auf eine ausgeglichene Gesamtbilanz an, und die ist bei einem guten Fertigfutter gewährleistet. Die oft von Fertigfuttergegnern angeführte Denaturierung von Eiweissen durch den Herstellungsprozess findet in ähnlicher Weise sowohl beim Kochen wie auch überhaupt bei der normalen Verdauung im (Hunde-)magen statt (durch die hohe Salzsäurekonzentration dort). Wichtig ist dass die Grundbausteine der Eiweisse (Aminosöuren) ausreichend und in der richtigen Zusammensetzung vorhanden sind.

Neueste Erkenntnisse auf dem Gebiet der menschlichen Ernährung zeigten die große Bedeutung sogenannter "sekundärer Pflanzenstoffe". Dies sind Bestandteile der pflanzlichen Nahrung mit wichtigen biologischen Funktionen. Man findet sie im Trockenfutter nicht in ausreichender Menge wieder. Geben Sie Ihrem Hund ab und zu eine Möhre oder einen Apfel zu Knabbern, etwas Gemüse oder anderes Obst...

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