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Baxter im Mai 2003

Baxter im Mai 2003

Leider gibt es nicht nur die schönen und fröhlichen Erlebnisse mit unseren Hunden. Auch die traurigen und schweren Zeiten kennt sicherlich jeder Hundefreund. Und aus diesem Grund wollen wir heute von unserem Baxter berichten, der seit über einem Jahr tapfer gegen seine Krankheit kämpft.

Im Frühjahr 2002: Fast sieben Jahre war Baxter damals alt und hatte uns zuvor nie ernsthafte Sorgen bereitet. Und alles begann auch relativ harmlos: Eines Tages hatte Baxter eine leicht geschwollene Vorderpfote, was ihn aber kaum beim Laufen beeinträchtigte. Trotzdem fuhr ich umgehend mit ihm zum Tierarzt, da "im Hinterkopf" bei solchen Symptomen immer die Sorge ist, es könnte eine bösartige Knochenveränderung vorliegen. Aber das Röntgenbild zeigt keinen Befund, es war auch sonst nichts an der Pfote zu entdecken. Entzündungshemmende Mittel und Antibiotika bewirkten eine schnelle Besserung und alles war nach kurzer Zeit vergessen.

Wenige Wochen später bemerkte ich plötzlich wieder eine Schwellung der Pfote, es war später Nachmittag und wir beschlossen, am nächsten Tag zum Tierarzt zu fahren Aber noch in der Nacht schwoll das gesamte Vorderbein stark an, Baxter bekam schlimme Schmerzen und konnte sich kaum bewegen. Dieser Zustand hielt trotz sofortiger tierärztlicher Hilfe mehrere Tage an. Das gesamte rechte Vorderbein war dick wie eine Wasserkanne und jede kleinste Bewegung bereitete unserem Jungen schlimme Schmerzen. Wir waren sehr verzweifelt...

Nur langsam setzte eine Besserung ein, die Schwellung ging zurück und Baxter konnte sich wieder ein wenig bewegen, wobei er das betroffene Bein stark schonte. Schließlich blieb nur noch das Ellenbogengelenk angeschwollen. Baxter war wieder "transportfähig" und eine umfangreiche Diagnostik begann. Das Röntgenbild zeigte keinerlei Veränderungen der Knochen und Gelenke, die Laborwerte waren bis auf die Entzündungsparameter normal, eine Gelenkpunktion ergab einen reichlichen und trüben Gelenkserguss, der sehr eiweissreich aber mikrobiologisch steril war.

Kurz und gut, alle Befunde sprachen für einen Autoimmunprozess, wie er mitunter infolge vorhergehender Infektionen auftritt (vielleicht war der Auslöser eine kleine Verletzung, die zu der ersten Schwellung der Pfote geführt hatte?).

Unser Baxter war eigentlich beim Tierarztbesuch nie sonderlich mutig gewesen - schon die Impfungen waren ihm nicht ganz geheuer. Jetzt lernten wir unseren Jungen von einer anderen Seite kennen: Er ließ zum Beispiel mehrfach Gelenkpunktionen und das Einbringen von Medikamenten direkt ins Gelenk ohne jede Betäubung tapfer über sich ergehen, was ihm die zustäzliche Belastung durch Narkosemittel ersparte.

Eine Zeit lang hofften wir, die Krankheit völlig besiegen zu können, aber leider kam es immer wieder zu Rückfällen, es gab regelrechte Krankheitsschübe. Von der lokalen Therapie am Gelenk mussten wir daher auf eine allgemeine Therapie mit stark entzündungshemmenden und die Immunreaktion schwächenden Mitteln übergehen, die nach einiger Zeit auch entsprechend starke Nebenwirkungen zeigte. Trotz aller Bemühungen gelang es aber nicht, den Entzündungsprozess völlig zu stoppen, eine Kontrollröntgenaufnahme einige Monate nach Krankheitsbeginn zeigte dann auch das Ergebnis: Nun war das Ellenbogengelenk arthrotisch geworden.

Baxter's rechtes Ellenbogengelenk ist immer noch sichtlich geschwollen.

Im Laufe der Zeit kam dann ein neues Problem hinzu: Durch die Fehlbelastung beim Laufen auf drei Beinen, die Nebenwirkung der Medikamente und nicht zuletzt auch das mangelnde Muskeltraining entwickelte sich eine Wirbelsäulenerkrankung mit Schwächung und teilweiser Lähmung der Hinterhand. Was ein Hund mit gesunder Vorhand vielleicht noch kompensieren könnte ist für Baxter ein riesiges Problem: Er hat jetzt genau genommen nur noch ein gesundes Bein!

Wir haben in diesem Jahr viele schwere Stunden mit unserem Baxter durchgestanden. Es gab Tage an denen auch Baxter den Mut verlor und wir glaubten, es ist Zeit zum Abschied nehmen... Aber dann ging es wieder besser und wir schöpften Hoffnung...

Baxter kann nicht mehr spazieren gehen, er kann sich nicht im Hundegarten mit den anderen tummeln, sein Fell ist dünn geworden als Nebenwirkung der Medikamente, die er regelmäßig bekommen muss, die Haut ist empfindlich und Wunden heilen schlecht, manchmal "macht er ins Bett"... Aber er kann sich noch an so vielem freuen, futtert sooo gerne, schaut zum Fenster heraus und bellt mit den anderen mit... und schmust mit uns!

Wir wissen, dass jeder Tag eine Verschlechterung bringen könnte und sind daher dankbar wenn er uns morgens munter anschaut und voller Vorfreude auf sein Futter wartet, wir verwöhnen ihn und genießen die gemeinsamen Stunden... und hoffen einfach, dass es noch möglichst viele sein werden!

Baxter- Trotz allem voller Lebensmut!

Warum wir das alles hier aufschreiben? Zum einen, weil Baxter es einfach verdient hat, dass einmal über seinen großen Lebenswillen berichtet wird. Er hat es auf erstaunliche Weise gelernt, mit mit seiner Krankheit zu leben. Zum anderen aber auch, um allen Mut zu machen, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind... Es lohnt sich um den Vierbeiner zu kämpfen!