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... hieß eigentlich Brixia Semper Fidelis!

Sugar mit ihren Babies in der Wurfkiste

1997 kam unser B-Wurf zur Welt. Sieben kleine, gesunde Racker hatte unsere Sugar geboren und wir waren alle glücklich und zufrieden. Nach diesem anstrengenden Tag schliefen alle den "Schlaf des Gerechten".

Natürlich war Sugar mit ihrem Wurf nicht allein, sondern "Frauchen" schlief mit im Wurfraum wie immer. Am nächsten Morgen kam das obligatorische Säubern der Wurfkiste. Dazu wurden alle Babys in ein Körbchen gelegt: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8! Acht?? Wieso acht?? Frauchen zählte nochmal ... holte dann Hilfe zum Zählen, aber es blieb dabei.

Ganz unbemerkt hatte sich da nachts noch unsere "Brixia" eingeschmuggelt!

Brixia wurde ein sehr hübsche kleine Hündin, frech und verspielt, wie es sein soll bei einem neun Wochen alten Welpen. Und bald fanden sich auch die zukünftigen Besitzer. Ein Leben mit einer jungen Familie auf dem Lande, auf einem umgebauten Bauernhof mit großem Garten, das sah sehr vielversprechend aus.

Natürlich blieben wir, wie immer nach der Abgabe, mit den neuen Besitzern in Kontakt; zuerst einmal telefonisch. Als wir dann nach einiger Zeit einen Besuchstermin ausmachen wollten, gestaltete sich das ungewohnt schwierig. Schließlich fuhren wir einfach hin. Dort erwartete uns ein unfaßbares Bild. Die Unterbringung katastrophal und unsere Brixia ein Skelett auf vier Beinen, von denen sie eines allerdings schonte.
Uns war sofort klar: Brixi muß hier weg und zwar schnellstens. Das gestaltete sich aber gar nicht so einfach, da die Familie sich trotz allem nicht von ihr trennen wollte. Schließlich gelang es uns aber doch, sie zu überzeugen!

Brixi kam wieder heim, körperlich in der kurzen Zeit schwer geschädigt, aber glücklicherweise immer noch ein fröhlicher und zutraulicher kleiner Hund!
Einiges mußte die kleine Brixia dann noch mit ihrem Vorderbein durchstehen, daß sie sich angeblich bei einem Spiel verletzt haben sollte!? Schließlich wurde doch noch eine Operation notwendig. Auch dauerte es lange, bis Brixis körperliche Entwicklung sich stabilisierte. Die Brustpartien blieben für immer sehr schmal.
Für uns war jedenfalls bald klar, daß unser kleines "Sorgenkind" nun wohl bei uns bleiben würde!

Hier sieht man Brixi ( zweite von links) kurz nach ihrer Heimkehr zusammen mit drei ihrer Geschwister.

Kranke Kinder werden bekanntlich verwöhnt, und ähnlich ging es uns auch mit Brixia, die Erziehung kam im Anfang einfach zu kurz! Da sie ausgesprochen temperamentvoll war, gehörte zu ihren Lieblingsbeschäftigungen das Springen - auch das Anspringen ihrer "Chefs" - was ihr schließlich den Beinamen "Schnipsi" eintrug, den sie dann auch endgültig behalten hat.

von links nach rechts: Mutter Sugar, Tochter Schnipsi und Freundin Anna

Schnipsi wurde eine große, später auch relativ kräftige Hündin. Und sie hatte einen der schönsten und ausdrucksvollsten Köpfe, den ich je bei einer Doggenhündin gesehen habe.
Sie war ein äußerst liebenswürdiger, immer fröhlicher und verspielter Hund, der alle Menschen liebte. Allerdings blieb ihr Verhalten immer etwas welpenhaft, was ihren erwachsenen Schwestern später nicht sonderlich gefiel. Das Anspringen konnten wir schließlich in eine "Begrüßungszeremonie" umwandeln, sie tat es nur noch mit Erlaubnis, aber mindestens einmal täglich mußte sie die Pfoten auf Frauchens Schultern legen und blieb so lange stehen und ließ sich streicheln.
Besonders liebte Schnipsi das Spielen mit Welpen. Wenn es so etwas bei Hunden gäbe, dann wäre sie wohl "Kindergärtnerin" aus Berufung geworden.

Trotz - oder gerade wegen - all der Sorgen, die unsere Schnipsi uns gemacht hatte, war sie unser ganz besonderer Liebling. Und alle Menschen, die Schnipsi kennenlernten, haben sie aufgrund ihrer Unbefangenheit, Fröhlichkeit und Zutraulichkeit sofort ins Herz geschlossen!

Im Mai 2000 starb unsere arme Schnipsi für uns unfaßbar und unvorhersehbar plötzlich an einem akuten Darmverschluß - sie wurde gerade einmal drei Jahre alt!