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Als unser Neufundländer Wotan fast 10 Jahre alt war, zogen wir aus Weimar aufs Land. Eigentlich war das für Wotan schön, denn er hatte hier einen viel größeren "Herrschaftsbereich", aber Wotan war plötzlich einsam...seine ganzen "Hunde-Freunde" wohnten schließlich in Weimar! Wir gaben uns zwar redlich Mühe, aber das war kein vollkommener Ausgleich. Nach einem langen kalten Winter, in dem unser Wotan uns durch tieftrauriges langanhaltendes Heulen und Jaulen ernstlich Sorgen machte, kamen wir schließlich zu dem Entschluß: Ein zweiter Hund sollte ins Haus. Natürlich nicht nur Wotan zuliebe, auch wir freuten uns schließlich auf ein neues Hundebaby! Die Auswahl war gar nicht so leicht, mehr durch Zufall kamen wir schließlich nach Großneuhausen zum Doggenzwinger "von der Hammerschmiede". Die Welpen waren etwa fünf Wochen alt - schwarz und blau - und bezauberten uns sofort. Es war ein kleiner frecher schwarzer Rüde, der unser Herz ganz gewann: Gaston. Aber für uns stand schon zuvor fest, der "Neue" soll Festus heißen!
Als wir unseren Festus dann endlich abholen konnten, war uns doch etwas bang zumute - würde Wotan den Neuankömmling wirklich freudig aufnehmen, oder hätte er vielleicht das Gefühl, "auf seine alten Tage" von dem jungen Frechdachs bedrängt zu werden??
Also hielten wir vor der ersten Begegnung der beiden doch ein wenig den Atem an: Wotan merkte natürlich sofort, daß etwas besonderes bevorstand als wir mit Festus im Auto vor unserem Haus anhielten. Wir brachten den kleinen Kerl in den Garten und Wotan kam uns sofort entgegengerast: Wir waren auf alles gefaßt - aber nicht auf die unbändige Freude von Wotan! Sein Schwanz wedelte wie ein Kreisel, er beschnupperte den Kleinen von allen Seiten und war ganz offensichtlich begeistert!

Was anfänglich auf Festus nicht ganz zutraf, denn er bellte den großen Wotan erstmal mächtig an - scheinbar hatte er noch nie einen Hund mit so viel Fell gesehen! Aber bald verging diese Zurückhaltung und Festus folgte Wotan von nun an auf Schritt und Tritt!

Die beiden liebten sich von Stund an innig, und wir freuten uns jeden Tag darüber, wie sehr unser Wotan nun an Lebensfreude und Aktivität wieder gewann, schließlich war er ja schon 11 Jahre alt und begann wieder zu spielen!

Hier sieht man nun schön den Größenunterschied - das kleine "Schwänzchen" im Hintergrund gehört Festus!

Klein-Festus konnte sich dabei nahezu alles erlauben. Besonders gerne rupfte er Wotan sein "überflüssiges" langes Fell in ganzen Büscheln heraus oder sprang auf ihm herum wie ein Gummiball.
Trotzdem war Wotan für ihn von Anfang an der "Chef", und das änderte sich nie, auch nicht als Festus bald weit über seinen "Ziehvater" hinausgewachsen war. Auch später, als Wotan im dreizehnten Lebensjahr aufgrund seiner schweren HD nur noch schlecht laufen konnte und Festus voller jugendlichem Übermut war, reichte noch ein kleines Knurren seines "Chefs", und wenn Festus es allzu toll trieb, kniff Wotan ihn kurz, und der große Festus schrie wie ein Baby und ordnete sich sofort unter.

Als Wotan dann kurz vor seinem dreizehnten Geburtstag eines nachts für uns alle unerwartet an Herzversagen starb, merkten wir, wie sehr er unserem Festus noch lange fehlte - obwohl doch schon längst unsere Sugar mit uns lebte und Festus also nicht alleine war!